Shinrin Yoku
„in die Waldatmosphäre eintauchen"
Shinrin heißt auf japanisch „Wald"
und „yu" heißt „Bad" oder „baden"
Senlinyu auf chinesisch
Waldbaden auf deutsch
Sinngemäß:
„In Waldluft baden"
„in die Waldatmosphäre eintauchen"
Die kulturellen Wurzeln und der Ursprung des Waldbadens liegt in China. Die Anfänge des Waldbadens, auf chinesisch - Senlinyu sind in den Praktiken alter Qigong
Meister zu finden, die mit einfachen Techniken z.B. CaiShuQi, natürlichen Atemtechniken und Bewegungsübungen das Qi des Waldes" aufnahmen. Das Qi aus der Natur aufzunehmen, um das eigene Qi zu
vermehren, beziehungsweise zu stärken, wird im Qigong häufig praktiziert. CaiShuQi - das Qi von einem Baum aufnehmen, um von ihm "positives" Qi zu erhalten.
Bäume nehmen die Sonnenenergie auf und geben Qing Qi - klares Qi mit dem Sauerstoff ab. Bäume können unser"schlechtes" Qi aufnehmen und über das Wurzelwerk in die Erde abgeben, die dieses
neutralisiert.
Hildegard von Bingen (1098-1179), Benediktinerin, Mystikerin und Naturforscherin spricht von der „Grünkraft“ (lateinisch: „viriditas“), die in der ganzen Schöpfung
zu entdecken gibt.
In Japan wurde 1982 erstmals ein staatliches Gesundheitsprogramm für Shinrin Yoku (JPN) eingeführt. Wissenschaftler haben seit den 1990er Jahren im Rahmen der
Forschung mit dem führenden in Japan lehrenden chinesische Arzt und Wissenschaftler Dr. Qing Li, und dem japanischen Prof. Yoshifumi Miyazaki und vielen weiteren Forschenden in der ganzen
Welt, anhand von verschiedenen Studien, entdeckt, dass der Aufenthalt im Wald wie eine Art „Waldheilmethode" wirkt, die für die Gesundheit förderlich ist und hat inzwischen einen festen Bestandteil
als begleitende Gesundheitsvorsorge in Japan. Mittlerweile erforschen auch deutsche Unis wie die LMU München, die Universität Freiburg und die Universitätsklinik Tübingen die heilsame Wirkung des
Waldes.
Alleine durch den Aufenthalt, durch langsame Bewegungen und Gehen im Wald und Natur wirkt die „Grünkraft" als Gesundheitsvorsorge, kann zur Rehabilitation bei
zahlreichen Beschwerden und Erkrankungen unterstützen und fördert die Genesung.
- Stresshormone wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin werden messbar abgebaut
- Entspannung durch eine erhöhte Aktivität des Parasympatikus (Ruhenerv des vegetativen Nervensystems)
- Aktivität des sympatischen Nervensystems nimmt ab
- Wahrnehmung mit allen Sinnen verbessert die Konzentration, das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit
- Stärkung des Immunsystems durch Terpene, & Co
- Steigerung der Widerstandskraft (Resilienz) und hilft bei Unsicherheit, Depressionen und Ängsten
- Belebung und Steigerung des Wohlbefinden und der mentalen Verfassung
- Fördert erholsamen Schlaf
- Erhöht das Adiponectin, ein Serumprotein. Adiponectin schützt vor Diabetes
- Die Herzschutzsubstanz DHEA aus der Nebennierenrinde wird vermehrt produziert
- Fördert die Bildung von Killerzellen und Anti-Krebs-Proteinen, die Krebszellen und potentielle Krebszellen zerstören. (Studie von Professor Qing Li von der
Nippon Medical School in Tokio, in der er in der Studie von 2008 beschreibt, dass Menschen in Waldregionen weniger häufig an Krebs erkrankten, als Menschen in nicht bewaldeten Regionen.)
- Vorsorge gegen Demenzerkrankungen. Das Gehen, verstärkt im Wald, regt die Neurogenese - die Neubildung von Nervenzellen an.